Ludwig Uhland

© 2013 Ludwig-Uhland-Realschule Tuttlingen. Alle Rechte vorbehalten
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Der als schwäbischer Dichter bekannte Ludwig Uhland kam 1787 in Tübingen zur Welt und starb in seiner Geburtsstadt 75 Jahre später.

 

Dazwischen lag ein Leben, das einen Dichter, Rechtsanwalt und vor allem auch einen Politiker hervorbrachte. Gerade letzteres tritt all zu oft hinter dem Dichter Uhland zurück.

 

Er stammte aus einer Gelehrtenfamilie und studierte in Tübingen Rechtswissenschaften und Philologie.

Nach einem Aufenthalt in Paris war er Anwalt und schließlich auch zwei Jahre Sekretär im Justizministerium in Stuttgart.

Schon von 1819 bis 1826 war Uhland als Tübinger Abgeordneter in der Ständeversammlung und arbeitete an einer neuen Verfassung mit. Dann verzichtete er auf eine Wiederwahl.

In den Jahren 1833 bis 1838 zog er als liberaler Abgeordneter ins Stuttgarter Parlament und in der unruhigen Zeit der deutschen Revolution 1848/49 - wenn man denn von einer solchen sprechen kann und will - fand man ihn als Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung.Dort hielt er u.a. eine bekannt gewordene Rede gegen das Erbkaisertum.

1848 hatte er gar die Chance württembergischer Innenminister zu werden, was er jedoch ablehnte.

In Tübingen lehrte er als Professor für deutsche Sprache und Literatur.

Nach seiner politischen Karriere zog er sich in seine Heimatstadt zurück und lebte als Privatgelehrter.

Uhland, den eine lebenslange Freundschaft mit Justinus Kerner verband, wird der Romantik zugerechnet.

Bekannt wurde er vor allem durch seine Balladen und die Verarbeitung von historischen Ereignissen und Sagenstoffen. So ist zum Beispiel seine Schwäbische Kunde in die Ereignisse der Kreuzzüge eingebunden ( " Als Kaiser Rotbart lobesam / zum Heil'gen Land gezogen kam..." und "Zur Rechten sah man wie zur Linken / einen halben Türken niedersinken" ).

 

Seine Gedichte wurden schon zu Lebzeiten Uhlands von großen Komponisten vertont, mit am bekanntesten bis heute wohl "Ich hatt' einen Kameraden...". Als Dichter war er außerordentlich erfolgreich. Seine Werke erreichten bis 1875 stattliche 60 Auflagen, das entsprach 200 000 Exemplaren. Zusammen mit Heinrich Heine gehörte er zu den populärsten Dichtern seiner Zeit.

Im Rahmen der Germanistik fand Uhland mit seinem Werk über den mittelalterlichen Minnesänger Walther von der Vogelweide große Beachtung. Ebenso bekannt ist seine Sammlung von hoch- und niederdeutschen Volksliedern.

 

Die Uhlandforschung beschreibt den Dichter als außerordentlich schweigsamen Menschen, der wenig Wert auf sein Äußeres legte.

Bemerkenswert sei auch seine große Ordnungsliebe und seine schon fast spartanisch zu nennende Lebensart gewesen. Er unterschied sich da sehr von seinem Freund Justinus Kerner, der als sehr humorvoll, munter und kontaktfreudig beschrieben wird.

Kerner war es wohl auch zu danken, dass sich um diese beiden Größen der schwäbischen Romantik ein ganzer Dichterkreis bildete.

Neben ihm gehörten zu Uhlands Freunden Schwab, Hebel, Jean Paul, Hoffmann von Fallersleben, Mörike, die Gebrüder Grimm und Annette von Droste-Hülshoff, die ein weites Stück ihres Lebens in Meersburg am nahen Bodensee verbrachte, wo sie auch verstarb.

 

Auch äußerlich war Uhland wohl eher unattraktiv, denn Adalbert von Chamisso beschreibt ihn folgendermaßen: " Er ist klein, unscheinbar, dickrindig und schier klötzig."

 

1820 heiratete Ludwig Uhland Emilie Vischer ( 1799 - 1881 ), Tochter einer gut situierten Kaufmannsfamilie aus Calw.

 

(Quellen:" Microsoft Encarta Enzyklopädie PLUS 2001","Uhland von A bis Z" von Karin de la Roi-Frey, DRW-Verlag, Leinfelden Echterdingen 1998 und "www.schwarzaufweiss.de/Schwarzwald/Uhland.htm")

Uhland und Tuttlingen

Neben der politischen und literarischen Bedeutung für ganz Württemberg und weit darüber hinaus hatte Ludwig Uhland auch einen Bezug zu Tuttlingen, wie man dem folgenden Text von Museumsleiterin Gunda Woll aus den „Tuttlinger Heimatblättern 2009“, Seite 14, entnehmen kann.

 

Als Ludwig Uhland am 5. August 1820 auf dem Rückweg von seiner Schweizer Reise in Tuttlingen Halt machte, übernachtete er in einem Gasthof.

In seinem Tagebuch vermerkt er zwar, dass er sich mit seinem politischen Freund, dem damaligen Kaufmann, Bürgermeister (Anm.: von Tuttlingen) und Abgeordneten Karl Philipp Friedrich Beckh, getroffen habe, er erwähnt allerdings nicht, wo er nächtigte. Da das Haus des Abgeordneten Beckh direkt neben dem „Ochsen“ * stand, übernachtete er vielleicht dort.

 

 * Der „Ochsen“ befand sich an der Ecke Markplatz/Obere Hauptstraße

 

(Anmerkung und Fußnote von der LURS)

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